Vom “Starstich” zum Femtosekundenlaser: Die Entwicklung der modernen Linsenchirurgie

Das die Trübung der Augenlinse (der sogenannte Graue Star oder Katarakt) zu einer Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung führt, ist bereits seit dem 18. Jahrhunderts bekannt. Und schon damals boten sogenannte “Starstecher” eine “Heilung durch Operation” an. Dies waren jedoch keine ausgebildeten Chirurgen, sondern meist Barber oder selbsternannte “Oculisten”, die ihre Dienste auf Messen und Jahrmärkten anboten. Gelang der Eingriff, so war dem Starstecher durch den spektakulären Erfolg weitere Kundschaft gewiss. Starb der Patient an den Folgen des Starstichs, so war der reisende Operateur meist schon weit über alle Berge. Das Prinzip des Starstichs bestand darin, die getrübte Augenlinse mit einer feinen Nadel zu dislozieren und nach hinten ins Auge zu drücken. Gelang die Operation, so war der Effekt dramatisch, da nun wieder Licht bis an die Netzhaut dringen konnte und der Blinde wahrhaftig und sofort wieder sehend wurde.

Im vergangenen Jahrhundert wurde die Entfernung der trüben Augenlinse nach und nach unter sterilen Operationsbedingungen perfektioniert, der Patient erhielt nach der Operation eine sogenannte Starbrille, deren schwere Gläser die Brechkraft der entfernten Augenlinse kompensierten.

Einsetzen einer Kunstlinse ins Auge

Ein weiterer Durchbruch gelang mit der Entwicklung von intraokularen Kunstlinsen, die anstelle der Augenlinse ins Augen eingepflanzt wurden und damit die schwere Starbrille passé machten: Sir Harold Ridley implantierte 1950 die erste Hinterkammerlinse in London.

Phakoemulsifikation: Zerkleinerung der Augenlinse mit Ultraschall

Knapp 20 Jahre später, 1967, stellte Charles Kelman die Phakoemulsifikation vor, eine neuartige Technik, die die schonende Zerkleinerung der getrübten Augenlinse mit Ultraschall ermöglichte. Die Phakoemulsifikation entwickelte sich weltweit zum “Goldstandard” der Katarakt-Chirurgie. Weitere Neuerungen wie zum Beispiel bei den Operationsinstrumenten haben die Linsenchirurgie auf ein sehr hohes Niveau gebracht und zu einem komplikationsarmen, “minimal-invasiven Eingriff” werden lassen. Derzeit werden weltweit etwa 15 Millionen Katarakt-Operationen durchgeführt.

Seit kurzem diskutieren Augenchirurgen eine weitere, völlig neuartige Technik: Den Einsatz des Femtosekundenlasers!
Dazu folgt in Kürze mehr in unserem Blog.

Quellen:
https://www.dr-leber.de/geschichte_i.htm

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