Korrektur der Alterssichtigkeit: Wie funktionieren Hornhautimplantate?

Die operative Korrektur der Alterssichtigkeit stellt noch immer eine Herausforderung dar. Zum einen kann bisher ihre Ursache, der Elastizitätsverlust der Augenlinse, nicht behandelt werden. Zum anderen ist es noch nicht zufriedenstellend gelungen,  akkommodationsfähige Kunstlinse zu herzustellen.

Es findet sich jedoch eine Vielzahl mehr oder weniger leistungsfähiger Kompromisslösungen. Der Austausch der Augenlinse gegen eine multifokale IOL / Kunstlinse stellt die leistungsfähigste Option dar, die dem Patienten zur tatsächlichen Brillenfreiheit (mit einem scharfen Sehen im Fern- und Nahbereich) verhelfen kann. Im Bereich der Hornhaut kann eine Laserkorrektur mit Monovision erfolgen, ein Implantat eingesetzt werden oder eine  Kombination beider Verfahren angewandt werden.

Intrakorneale Implantate modifizieren das Grundprinzip der Monovision: Monovision im eigentlichen Sinne bedeutet, ein Auge für die Ferne und ein Auge für die Nähe (ca. -2,5 dpa) zu korrigieren. Die daraus resultierende Ungleichheit der Augen wird nur selten vertragen, so dass diese Form der Monovision kaum zum Einsatz kommt. Häufig eingesetzt wird hingegen eine „Mini-Monovision“ (Korrektur eines Auges auf ca. -1,25 dpt), die ein gutes Sehvermögen im mittleren Bereich ermöglicht und damit die Abhängigkeit von einer Lesebrille reduziert. Allerdings ist bei diesem Vorgehen das Sehen weder in der Ferne noch in der Nähe wirklich gut.

Hier setzen nun intraorneale or Hornhaut-Implantate wie zum Beispiel das „KAMRA“ Inlay an: Das KAMRA Inlay hat einen Innnendurchmesser von 1,6 mm bei einem Außendurchmesser von 3,8 mm und funktioniert wie eine Mini-Blende: Die Schärfentiefe wird erhöht und damit der Effekt der Mini-Monovision für die Nähe verstärkt und für die Ferne abgeschwächt. Im Vergleich zur Mini-Monovision (also ca. -1,25 dpt) entspricht am Auge mit KAMRA Inlay das Sehen für die Ferne ca. -0,5 dpt und für die Nähe ca. -2 dpt.

Neben der durch die leichte Myopisierung bedingten Herabsetzung der Fernsehschärfe am Auge mit Implantat kommt es auch zu einer gewissen Lichtstreuung mit Wahrnehmung von Halos bei Dämmerung und Nacht. Da nur ein Auge betroffen ist, ist dieser Effekt kaum störend. Zudem ist ein Implantat grundsätzlich reversibel, kann also bei subjektiv unbefriedigendem Ergebnis problemlos wieder entfernt werden.

Das Hornhaut-Implantat erzielt keine perfekte Korrektur der Alterssichtigkeit, stellt aber eben einen guten Kompromiss mit geringen Nebenwirkungen dar.

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