Tag Archiv: LASIK

Kostenerstattung refraktiv-chirurgischer Operationen: Was gibt es neues in der Rechtssprechung?

Am 30.03.2006, wurde erstmals durch ein Zivilgericht die Leistungspflicht einer Privaten Krankenversicherung (PKV) für eine LASIK-Operation bejaht.
Diese Rechtsprechung hat sich seither konsolidiert:

Die Private Krankenversicherung muß bei entsprechender medizinischer Indikation die Kosten der LASIK-Behandlung übernehmen.

Heute, 10 Jahre nach diesem wichtigen Urteil, wird vor dem Zivilgericht kaum noch über die PKV-Erstattungspflicht dem Grunde nach, sondern vielmehr der Höhe nach gestritten.

Nichtsdestotrotz werden von Seiten der PKV immer wieder die gleichen (unzutreffenden) Einwendungen erhoben, um die Ablehnung einer Kostenübernahme zu rechtfertigen:

“Fehlsichtigkeit ist keine Krankheit”
“Die LASIK Operation stellt keine Heilbehandlung sondern lediglich eine andere Art der optischen Korrektur dar.”
“Die LASIK-Operation ist medizinisch nicht notwendig”
“Die LASIK Behandlung ist zu teuer”
“Brille und Kontaktlinsen sind weniger invasiv und der Operation vorzuziehen”

FreeVis stellt interessierten Patienten Argumentationshilfen in einer neu erstellten Übersicht zur Verfügung.

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Über 135.000 Augenlaserbehandlungen in 2015 in Deutschland durchgeführt

Wie der VSDAR, Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurgie e.V., berichtet, wurden allein im letzten Jahr 135.000 Augenlaserbehandlungen in Deutschland durchgeführt – soviel wie nie zuvor.

Wird das SMILE-Verfahren die LASIK ablösen?

Dies ist unter Augenchirurgen eine aktuelle Kontroverse, die im Rahmen der 30. Jahrestagung der DGII in Mannheim diskutiert wurde.

Prof. Michael Knorz stand als Tagungspräsident und einer der Leiter einer Panel Diskussion Rede und Antwort*: “Ich erwarte, dass die SMILE die LASIK über einen großen Teil des Indikationsbereiches ablösen wird. Heute ist die SMILE nur zur Myopiekorrektur zugelassen und es sind – noch – keine Nachoperationen möglich. Vergleicht man Femto-LASIK und SMILE innerhalb des heutigen Anwendungsbereiches, so sind die Ergebnisse hinsichtlich der Vorhersagbarkeit identisch. Vorteile der SMILE zeigen sich hinsichtlich eines geringeren Verletzungsrisikos und einer geringeren Inzidenz trockener Augen postoperativ.”

Nach heutigem Stand kann keines der Verfahren als „signifikant besser“ bewertet werden, allerdings steht SMILE erst am
Anfang der Entwicklung, während die LASIK und auch Femto-LASIK bereits seit Jahrzehnten angewendet wird. Prof. Knorz geht davon aus, dass sich mit zunehmender Verbreitung des SMILE Verfahrens Unterschiede heraus kristallisieren werden und – da SMILE nur
einen Laser benötigt – das Verfahren mittelfristig auch wirtschaftlich das überlegene Verfahren sein wird.

Im Rahmen eines Interviews zur Jubiläumstagung der DGII stand Tagungspräsident Prof. Dr. Michael Knorz der Redaktion des AUGENSPIEGEL Rede und Antwort. Wir danken für die freundliche Genehmigung.

Weitere Informationen:
SMILE Augenlaserbehandlung
Femto-LASIK