Die LASIK – Noch immer der Hit

Prof. Dr. Michael Knorz

Prof. Dr. Michael Knorz führte 1993 das LASIK-Verfahren in Deutschland ein

Die fast universelle Einsetzbarkeit der LASIK trägt entscheidend zu der Beliebtheit des Verfahrens bei.
Mehr als 90% aller Fehlsichtigkeiten lassen sich damit operativ beseitigen.  Mittels LASIK kann Kurzsichtigkeit bis ca. -8 dpt, Weitsichtigkeit bis ca. +4 dpt und eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) bis ca. 5 dpt korrigiert werden. Für die höhergradige Fehlsichtigkeit stehen zusätzliche Verfahren wie die Implantation phaker Linsen oder der refraktive Linsenaustausch zur Verfügung.

Die LASIK blickt inzwischen auf eine über 20jährige Geschichte zurück.
Die Operationsmethode wurde 1993 von Prof. Dr. Michael Knorz in Deutschland eingeführt, Ende der 90er Jahre von den deutschen augenärztlichen Gesellschaften wissenschaftlich anerkannt und kontinuierlich weiterentwickelt. Technologische Fortschritte wie die Einführung der Hornhaut-Topographie, Aberrometrie (Wellenfront-Analyse) und des Femtosekundenlasers haben wesentlich dazubeigetragen, die Präzision der LASIK zu erhöhen und das ansich schon recht geringe Operationsrisiko noch weiter zu senken. Je nach dem, welche Technologie zum Einsatz kommt spricht man heutzutage nicht nur von der LASIK, sondern auch von der Wellenfront-LASIK, Femto-LASIK oder auch iLASIK.

Eine Faustregel ist allgemein bekannt: Man sollte mindestens 18 Jahre alt sein, bevor man sich die Augen lasern läßt. Mit 18 ist bei der Mehrzahl aller Menschen das Wachstum des Augapfels abgeschlossen, die Brechkraft des Auges konstant.

Kurzsichtige Patienten sollten jedoch wissen, dass es im Alter von 18-22 Jahren  bei jedem dritten Patienten noch zu einer Zunahme der Fehlsichtigkeit um mehr als 0,5 dpt kommen kann. Je älter man wird, um so unwahrscheinlicher ist die Zunahme der Kurzsichtigkeit. Wer kurzsichtig ist könnte demnach davon “profitieren”, sich nicht gleich mit 18 unter den Laser zu begeben, sondern noch einige Jahre mit der LASIK Operation zu warten.  Bei der Weitsichtigkeit verhält es sich umgekehrt: eine Zunahme ist in jungen Jahren sehr selten und tritt erst ab dem 40. Lebensjahr häufiger auf.

Heißt das, dass eine LASIK nur in relativ jungen Jahren sinnvoll ist? Auf keinen Fall. Es gibt nur einen zusätzlichen Aspekt zu bedenken, nämlich dass ab dem 40. Lebensjahr mit dem Einsetzen der Alterssichtigkeit zu rechnen ist. (Laut EyeWorld Week vom 21. September 2009 berichten bereits 74% der Frauen ab 35 Jahre über Probleme mit dem Sehen in Nähe. Nicht klar und scharf sehen zu können führte bei 61% der befragten Frauen zu Frustrationen, 47% berichteteten über Kopfschmerzen und müde Augen und 30% fühlten sich weniger selbstsicher beim Verrichten ihrer Arbeit und anderer Tätigkeiten.) Demnach ist eine alleinige Korrektur der Augen für ein scharfes Sehen in der Ferne ab dem 40.-45. Lebensjahr nicht mehr sinnvoll, wenn man in Zukunft auch auf die Lesebrille verzichten möchte. Hier gibt es ein besonderes Verfahren, die genannte Monovision LASIK, mit der beide Augen unterschiedlich korrigiert werden, so dass eines in der Ferne und das andere in der Nähe scharf sehen kann. (In Kürze berichten wir ausführlicher über die Monovision LASIK.)

Gibt ein “bestes Alter” für die LASIK?  Sie sind in jedem Fall gut beraten, Ihre langfristigen Erwartungen mit Ihrem Augenchirurgen zu besprechen, damit diese u. U. von Anfang an berücksichtigt werden können.

Quelle:
- Voraussetzungen für die Augenlaseroperation
- Schmickler S et al: Das optimale Alter für die LASIK. Klin Monatsbl Augenheilkd 2009; 226: Suppl 1, 1–24