Sogenannte “phake Linsen” werden zusätzlich zur körpereigenen Linse ins Auge implantiert und sorgen gemeinsam mit der natürlichen Linse dafür, dass das Licht richtig auf der Netzhaut gebündelt wird. Eine phake Linse (oft auch als “Kontaktlinse im Auge” bezeichnet) funktioniert tatsächlich wie eine Kontaktlinse: Sie verändert die Brechkraft des Auges so, dass die bestehende Fehlsichtigkeit ausgeglichen wird und der Patient dank dieser Korrektur ohne Brille scharf sehen kann. Während eine herkömmliche Kontaktlinse auf dem Auge in der Tränenflüssigkeit schwimmt und herausnehmbar ist, werden phake Kunstlinsen in das Auge eingesetzt. In einer kurzen Operation, die unbedingt in einem sterilen Operationssaal erfolgen muß, wird die Linse über einen winzigen Schnitt in das Auge geschoben, entfaltet sich dort vor der Regenbogenhaut und wird über winzige Stützen an Ort und Stelle fixiert.
Unter den phaken Linsen hat sich besonders die Acrysof Kunstlinse bewährt. Die Acrysof Cachet Phakic IOL, die eine mittlere bis hohe Kurzsichtigkeit von -6 bis -16,5 dptr. korrigiert, ist seit über 10 Jahren auf dem Markt und hat ihre Sicherheit in zahlreichen Langzeitstudien bewiesen. Mehrere dieser Studien vergleichen die postoperativen Ergebnisse nach LASIK bzw. Linsenoperation vor allem im Grenzbereich von – 6 bis – 10 dptr, in dem früher durchaus noch Augenlaseroperationen durchgeführt wurden.
Die Ergebnisse zeigen, dass unmittelbar nach dem Eingriff die unkorrigierte Sehschärfe nach Linsenimplantation besser als nach LASIK war, was für eine bessere Vorhersagbarkeit der Korrektur spricht. Auch 9 bzw. 10 Jahre postoperativ zeigten die Patienten, die eine phake Linse erhielten, eine bessere Sehschärfe als Patienten in der Vergleichsgruppe nach LASIK.
Die Acrysof Cachet Phakic IOL (Firma Alcon), die inzwischen an vielen Augenlaserzentren in Deutschland zur Korrektur einer Kurzsichtigkeit eingesetzt wird, wurde im Dezember 1999 zum ersten Mal von Prof. Dr. Michael Knorz implantiert. Nach über 10 Jahren und über 800 Implantationen am Mannheimer FreeVis Zentrum liegt für die Linse umfangreiches Datenmaterial über einen langen Beobachtungszeitraum vor. Professor Knorz beschreibt die Acrysof Linse als “eine sehr sichere Option für Menschen mit hoher bis sehr hoher Kurzsichtigkeit, bei denen sich anderen Verfahren zur Korrektur der Fehlsichtigkeit, wie z.B. die LASIK, nicht eignen. Unser wissenschaftlichen Ergebnisse der letzten zehn Jahre zeigen, dass es sich hier um eine sehr sichere Linse mit überaus geringen Nebenwirkungen handelt.”
Hier finden Sie ein Video und ein Patientenbericht, wie er vom Hessischen Rundfunk | alles wissen am 11.01.2012 ausgestrahlt wurde.
Einen weiteren Patientenbericht über die Implantation einer Acrysof Kunstlinse bei Freevis finden Sie hier.
Quellen:
Rosman M, Alió J, Ortiz D, Pérez-Santonja JJ:
Refractive Stability of LASIK With the VISX 20/20 Excimer Laser vs ZB5M Phakic IOL Implantation in Patients With High Myopia (>–10.00 D): A 10-year Retrospective Study
J Refract Surg. 2011;27(4):279-286
Tsiklis NS, Kymionis GD, Karp CL, Naoumidi T, Pallikaris AI.:
Nine-year Follow-up of a Posterior Chamber Phakic IOL in One Eye and LASIK in the Fellow Eye of the Same Patient
J Refract Surg. 2007;23:935-937
Knorz MC:
Long Term Results with Phakic IOLs
Kohnen T, Knorz MC, Cochener B, Gerl RH, Arné JL, Colin J, Alió JL, Bellucci R, Marinho A.:
AcrySof phakic angle-supported intraocular lens for the correction of moderate-to-high myopia: one-year results of a multicenter European study.
Ophthalmology. 2009 Jul;116(7):1314-21, 1321.e1-3.
Knorz MC, Lane SS, Holland SP.
Angle-supported phakic intraocular lens for correction of moderate to high myopia: Three-year interim results in international multicenter studies.
J Cataract Refract Surg. 2011 Mar;37(3):469-80.