Die FLEX oder Femtosekundenlaser Lentikelextraktion ist – wie auch die LASIK, PRK, Epi-LASIK oder LASEK – ein Augenlaserverfahren, bei dem die Brechkraft der Hornhaut verändert wird, um eine bestehende Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Der entscheidene Unterschied: Während bei den seit Jahrzehnten angewendeten LASIK, PRK, Epi-LASIK oder LASEK-Verfahren ein Excimer Laser verwendet wird, um die Hornhaut zu modulieren, kommt bei der FLEX nur ein Femtosekundenlaser zum Einsatz.

Der Femtosekundenlaser trennt das Hornhautgewebe in zwei Ebenen, zwischen denen sich dadurch ein Gewebescheibchen oder Lentikel bildet. Wird die vordere Hornhautlamelle angehoben, kann dieses Gewebescheibchen entfernt werden. Danach wird die Hornhautlamelle wieder zurückgeklappt, saugt sich von selbst fest und muss nicht angenäht werden.  FLEX kann zur Behandlung von Kurzsichtigkeit mit oder ohne begleitender Hornhautverkrümmung  eingesetzt werden.

Das FLEX-Verfahren ist ein noch sehr junges Verfahren, über das noch keine ausreichenden Daten vorliegen, um sichere Aussagen für den Anwendungsbereich, Nebenwirkungen oder den Langzeiterfolg zu treffen.

Laut Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) nimmt mit dem Umfang der erforderlichen Korrektur die Komplikationsrate zu. Beobachtet wurden u.a. eine teilweise Rückbildung des Operationserfolges innerhalb der ersten Wochen und eine Verschlechterung der Sehvermögens bei Dämmerung und Nacht mit Wahrnehmung von Halos und Schattenbildern, insbesondere bei weiter Pupille. Desweiteren kommt es häufig vorübergehend zu einer vermehrten Trockenheit der Augen.

Das FLEX Verfahren bedarf noch weitere klinischer Studien und hat sich bisher noch nicht durchgesetzt.


Weitere Informationen:

Blum M, Kunert KS, Engelbrecht C, Dawczynski J, Sekundo W.: Femtosecond lenticule extraction (FLEx) – Results after 12 months in myopic astigmatism.
Klin Monbl Augenheilkd. 2010;227:961-5.


Shah R, Shah S, Sengupta S: Results of small incision lenticule extraction: All-in-one femtosecond laser refractive surgery.
J Cataract Refract Surg. 2010;37:127-37.

Die Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) wurde 1995 als gemeinsame Kommission der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA) eingesetzt. Sowohl DOG als auch BVA sind die führenden Fachgesellschaften/-verbände der deutschen Augenärzte.

Die KRC ist als Herausgeber der sogenannten “Anwenderlisten” unter Patienten bzw. Personen, die sich für eine Augenlaserbehandlung zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit interessieren, auch außerhalb der medizinischen Fachkreise bekannt geworden. Das Führen dieser Liste ist jedoch nicht Hauptaufgabe der Kommission – dazu gehören vielmehr:


1. Die aktuelle Bewertung der bekannten refraktiv-chirurgischen Eingriffe nach dem jeweiligen Stand der Wissenschaft
Dazu werden für jeden refraktiv-chirurgischen Eingriff anhand der in der wissenschaftlichen Literatur publizierten Arbeiten die drei Kriterien Beschreibung, Anwendungsbereich und Grenzbereich herausgearbeitet.
Unter dem Anwendungsbereich versteht man den Bereich, in dem das Verfahren sicher angewendet werden kann und Nebenwirkungen selten sind. Der Grenzbereich ist der Bereich, in dem das jeweilige Verfahren noch angewendet werden kann, aber schlechtere Ergebnisse und häufigere Nebenwirkungen afutreten. In diesem Fall müssen Patienten verstärkt aufgeklärt werden. Außerhalb des Anwendungs- und Grenzbereiches ist die Anwendung des jeweiligen Verfahrens nicht empfehlenswert.


2. Die Erarbeitung von Empfehlungen zur Qualitätssicherung entsprechend der von der Bundesärztekammer geforderten Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität

Diese umfassen für jedes einzelne Operationsverfahren Angaben sowohl zu der erforderlichen persönlichen Qualifikation des Operateurs, der apparativen Ausstattung und Räumlichkeiten als auch zur Aufklärung des Patienten, der durchzuführenden Untersuchungen vor und nach der Operation, Behandlungsablauf und Dokumentation des Eingriffs.


3. Die Durchführung theoretischer und praktischer Kurse für Augenchirurgen gemäß der KRC – Richtlinien zur Qualitätssicherung

Diese Kurse sind Weiterbildungsveranstaltungen für Augenärzte/Operateure und vermitteln jeweils up-to-date Erkenntnisse zu den einzelnen refraktiv-chirurgischen Verfahren. Augenchirurgen, die in der Anwenderliste geführt werden, müssen pro Kalenderjahr an einem Aufbaukurs bzw. Fortgeschrittenenkurs der KRC teilnehmen.
Alle Mitglieder der Kommission Refraktive Chirurgie sind Spezialisten auf dem Gebiet der operativen Sehfehlerkorrektur und haben über die verschiedenen Verfahren Studien durchgeführt und wissenschaftlich publiziert. Einige Mitglieder arbeiten an Universitäts-Augenkliniken, andere an privaten Einrichtungen.

Der KRC gehören derzeit an:

Prof. Dr. Thomas Kohnen, Universitäts-Augenklinik Frankfurt am Main (1. Vorsitzender)
Prof. Dr. Thomas Neuhann, Niedergelassener Augenarzt, München (2. Vorsitzender)

Prof. Dr. Michael C. Knorz, FreeVis LASIK Zentrum Mannheim (Schriftführer)
Prof. Dr. Gernot Duncker, Augenlaserzentrum Halle
Prof. Dr. Ekkehard Fabian, AugenCentrum Rosenheim
Prof. Dr. Rudolf Guthoff, Universitäts-Augenklinik Rostock
Prof. Dr. Markus Kohlhaas, St.-Johannes-Hospital Dortmund
Dr. Kaweh Schayan-Araghi, ARTEMIS MVZ Dillenburg.

Mehr Informationen zur KRC: www.augeninfo.de/krc

Haben Sie sich für eine LASIK Augenlaseroperation entschieden und der OP-Termin rückt näher? Wir schildern Ihnen hier, was Sie am Operationstag erwartet. Es geht uns dabei weniger um die technischen Details als vielmehr darum, dass Sie den Ablauf schon kennen und sich so gut wie möglich entspannen können.

Bitte waschen Sie morgens gründlich Ihr Gesicht und verzichten auf Make-up. Sie können vor der LASIK Operation ganz normal essen und trinken. Bitte bringen Sie die unterschriebene Einwilligungserklärung und ggf. das Untersuchungsprotokoll Ihres Augenarztes mit in unser FreeVis Zentrum. Aufgrund der Beruhigungstablette, die Sie vor der LASIK Operation erhalten, dürfen Sie nicht selbst nach Hause fahren. Sie können gerne eine Begleitperson mitbringen, oder wir bestellen Ihnen ein Taxis für Ihre Heimfahrt.

Sind Sie bei uns angekommen, melden Sie sich bitte an der Rezeption. Anschließend werden Ihre Augen nochmals eine gründlich untersucht bevor Sie in den OP-Bereich begleitet werden. Dort erhalten Sie eine eine Beruhigungstablette (zur Betäubung der Augen sind lediglich Augentropfen erforderlich).

Die LASIK Operation selbst wird im sterilen Operationssaal durchgeführt. Sie nehmen auf der Liege unter dem Augenlaser Platz, ihr Gesicht wird teilweise abgedeckt. Ihr Operateur wird jeden Schritt des Eingriffs erläutern und Ihnen genau erklären, was passiert. Die LASIK Operation dauert nur wenige Minuten und ist schmerzfrei. Werden beide Augen operiert, wird das zweite gleich im Anschluß an das erste Auge operiert. Selbstverständlich verwenden wir für jedes Auge ein separates, steriles Instrumenten-Set.

Nach der LASIK Operation ruhen Sie sich in einem bequemen Liegesessel aus, bevor Ihre Augen noch einmal kontrolliert werden. Sie erhalten von uns eine Sonnenbrille, die Sie bitte auf dem Weg nach Hause und in den ersten Tagen, wenn Sie das Haus verlassen, zum Schutz der Augen tragen. Sie erhalten außerdem Augentropfen, die Sie während der ersten Woche regelmäßig tropfen müssen.

Wenn Sie am Tag nach Ihrer LASIK Operation zu uns zur Nachkontrolle kommen, werden Sie bereits deutlich besser sehen können – und zwar ohne Brille!

Noch ein Hinweis: Kneifen Sie in den ersten Stunden die Lider nicht zusammen und reiben Sie in der ersten Woche nicht am Auge. Nach der Operation kann für einige Stunden ein Kratzen mit Fremdkörpergefühl und vermehrten Tränenfluss bestehen und das Sehen kann verschwommen sein – dies ist normal!

Die FreeVis Checklisten zum empfohlenen Verhalten vor und nach der der Operation können Sie gern ausdrucken oder downloaden.

Die häufigsten Fragen zur LASIK Operation beantworten wir Ihnen unter http://www.freevis.de/faq/op.html

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Ab 1. Juli 2011 wird am FreeVis LASIK Zentrum Universitätsklinikum Mannheim der Femtosekundenlaser auch bei der Schnittführung bei Linsenoperationen, speziell beim refraktiven Linsenaustausch, eingesetzt werden.

Der Austausch der Augenlinse gegen eine Kunstlinse dient dem Ausgleich der hohen und extremen Kurzsichtigkeit bzw. Weitsichtigkeit sowie der Alterssichtigkeit. Ziel der Kunstlinsen ist somit die  Unabhängigkeit von einer Brille bzw. von Kontaktlinsen, eventuell auch in Verbindung mit einer Entfernung des Grauen Stars (=Trübung der Augenlinse). Je nach Art der Kunstlinse kann entweder völlig auf eine Brillenkorrektur verzichtet werden oder es ist noch eine leichte Brille z.B. für die Nähe (Lesebrille) oder zum Autofahren erforderlich.

Der beim Linsenaustausch eingesetzte Femtosekundenlaser ermöglicht eine sehr präzise Durchtrennung unterschiedlicher Gewebeschichten im Auge und ersetzt somit mehrere wesentliche und bisher vom Arzt von Hand durchgeführte Teilschritte der Linsenoperation. Der Laser bietet dabei zwei Vorteile gegenüber der manuellen Technik: der Linsenaustausch wird zum einen genauer, da  die Kunstlinse exakter positioniert werden kann, und zum zweiten sicherer, da Laserschnitte präziser sind als handgeführte Schnitte.

Weitere Informationen zum Einsatz des Femtosekundenlasers in der Augenchirurgie

Weitere Informationen zum refraktiven Linsenaustausch